Menschheitsaufgabe: Nahrungsmittel nicht willkürlich verderben lassen

Müllquote von bis zu 50 Prozent ein Skandal.

Verpackungen müssen schützen können, zunächst das Lebensmittel, dann die Gesundheit der Verbraucher.

Zu Recht empört eine Entwicklung, wie man sie in den USA sieht, in der die Hälfte aller Nahrung als „verdorben“ auf dem Müll landet. Lebensmittel sind ein wertvolles Gut. Und sie werden immer kostbarer, je mehr die Weltbevölkerung wächst. Denn die will ernährt werden.

Zum Jahreswechsel 2019/2020 wurden offiziellen Statistiken zufolge 7.754.847.000 Menschen auf der Erde registriert. Und bis zum Jahr 2050 sollen voraussichtlich 2,1 Milliarden hinzukommen. Zwar gehen die Experten davon aus, dass sich das Wachstum der Weltbevölkerung verlangsamen wird. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass es immer schwieriger werden dürfte, angesichts endlicher Agrarflächen die zunehmende Zahl an Menschen auf der Erde ausreichend zu ernähren. Zumal mit zunehmendem Wohlstand in den Schwellenländern die Ansprüche der Menschen dort an ihre Nahrung steigen.

Da jedoch die Flächen auf der Erde, die für die Erzeugung von Lebensmitteln zur Verfügung stehen (werden), sich nicht beliebig ausdehnen lassen und ohnehin nur ein Bruchteil der Gesamtoberfläche der Erde für die Lebensmittelproduktion zur Verfügung steht, gibt es für das Problem der Versorgung einer wachsenden Weltbevölkerung mit Nahrungsmitteln nur wenige wichtige Stellschrauben: So müsste etwa die landwirtschaftliche Produktion deutlich gesteigert werden – laut Schätzung der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) bis zur Mitte dieses Jahrhunderts um rund 50 Prozent gemessen an 2013. Doch das ist vor dem Hintergrund begrenzter Agrarflächen schwierig. Und wir müssen nachhaltiger wirtschaften.

Bei letztgenanntem Faktor kommt insbesondere der Verschwendung oder dem Verlust von Lebensmitteln maßgebliche Bedeutung zu. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden weltweit jährlich 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel als nicht mehr genießbar weggeworfen. Die FAO wiederum schätzt, dass weltweit rund ein Drittel der für den menschlichen Verzehr produzierten Lebensmittel in der gesamten Lieferkette verloren geht oder verschwendet wird. Allein in der Bundesrepublik sollen Jahr für Jahr rund 12 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll landen, wie das Bundesernährungsministerium (BMEL) berichtet. Privathaushalte verschwenden nach Angaben der Statistiker rund 55 Kilogramm Lebensmittel pro Kopf und Jahr. Laut einem Gutachten der wissenschaftlichen Beiräte für Ernährungs-, Agrar- und Waldpolitik des BMEL könnten, bei einer 50-prozentigen Reduzierung der Lebensmittelabfälle in privaten Haushalten sechs Millionen Tonnen CO2-Äquivalente (Äq) an Treibhausgas-Emissionen (THG) in Deutschland eingespart werden. Wer also die Lebensmittelverschwendung reduziert, der betreibt aktiven Ressourcen- und Klimaschutz, stellt das BMEL fest. Das Bundeskabinett hat deshalb Anfang 2019 die von Bundesernährungsministerin Julia Klöckner vorgelegte Nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung verabschiedet.

Lebensmittelverluste werden durch Kunststoffverpackungen deutlich reduziert

Als besonders ärgerlich an dieser Vernichtung von Nahrungsmitteln bemängeln Fachleute, dass ein großer Teil davon überflüssig ist, weil er mit einfachen Lösungen vermieden werden könnte. Ein wichtiger Ansatz, um der Verschwendung von Lebensmitteln entgegenzuwirken, besteht darin, ihre Haltbarkeit zu verlängern. Denn Lebensmittel sind nicht nur kostbar, sondern auch sensibel. Und da kommen die Verpackungen von Nahrungsmitteln ins Spiel – insbesondere die aus Kunststoff! Sie schützen die empfindlichen Güter und tragen so erheblich dazu bei, die Verschwendung von Nahrungsmitteln einzudämmen bzw. ihr sogar vorzubeugen.

So bewahren Verpackungen aus Kunststoff Lebensmittel unter anderem vor Verschmutzung, Nässe, UV-Strahlung und frühzeitigem Verderb. Das wird an einem simplen Beispiel mehr als deutlich: So wird eine unverpackte Salatgurke ungekühlt binnen drei Tagen unansehnlich, unverkäuflich und ungenießbar. Dagegen hält sie in 1,5 Gramm Kunststoff eingeschweißt rund 14 Tage lang. Durch die Kunststoffverpackung wird die Salatgurke also erheblich länger haltbar und das Lebensmittel muss nicht vorzeitig neu produziert sowie transportiert werden. Insofern sorgt die Kunststoffverpackung auch dafür, dass durch die längere Haltbarkeit der Gurke Ressourcen und Emissionen eingespart werden. Die Verpackung leistet somit einen Beitrag zu nachhaltigem Wirtschaften.

Dies gilt umso mehr, als schon seit Jahrzehnten bei Kunststoffverpackungen der Trend hin zu materialsparendem Design geht. Das führte dazu, dass die Menge der verarbeiteten Kunststoffe über die vergangenen Jahre weitaus weniger zunahm, als dies angesichts der Nachfrage zu erwarten gewesen wäre. So weist denn auch eine Studie der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung aus dem Jahr 2015 aus, dass Kunststoffverpackungen seit 1991 im Schnitt um gut 25 Prozent leichter wurden – ohne dabei an ihre Funktion zum Schutz von Lebensmitteln einzubüßen. Das machen verbesserte Materialeigenschaften und optimierte Herstellungsprozesse möglich.

Verpackungen, insbesondere solche aus Kunststoff, eröffnen damit ein erhebliches Potenzial zur Schonung natürlicher Ressourcen. Und dies insbesondere im Zusammenspiel mit einer modernen Kreislaufwirtschaft. Für die Verpackungen sollte nämlich gelten, was zuvor für die Lebensmittel galt: Sie gehören nicht auf den Müll, sondern müssen einem vernünftigen Recycling zugeführt werden. Eine Kreislaufwirtschaft besteht aus dem mehrfachen Nutzen des Materials, entweder im Wege der Wiederverwendung des Gebindes oder durch eine Wiederverwertung des Ausgangsmaterials.

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